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Markus Freise

Markus Freise

Belletristik, Sonstige
Markus Freise
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Me, Myself and I

Jeder fragte sich, weshalb ausgerechnet Andy Brehme sich den Ball schnappte. Letztlich war das aber gleich: Deutschland war Weltmeister und wir erlebten unseren Sommer – so wie alle ihren einen Sommer erleben. Wir wälzten uns auf Wiesen „voll von lachendem Gras.“ Erlaubten uns Dinge, die man uns doch eben erst verboten hatte. Und schrieben uns endlose Briefe, in denen wir uns erzählten, wie wir uns bei alledem fühlten.  Damals, in diesen Lichtgeschwindigkeits­tagen. Als ich begann zu schreiben und nicht mehr damit aufhören konnte.

Ein ganzes Jahrzehnt verging und aus den Briefen wurden Gedichte und aus denen dann die Geschichten. Über Oma, amerikanische Präsidenten oder depressive Weltverbesserer. Sätze, die von alten Freunden erzählten. Worte über das Lieben und Phrasen, die sie negierten. Das alles immer irgendwo zwischen Tragödie und Komödie. Und dabei fast immer gut ausgehend.

Im Winter 2002 entdeckte ich, während ich wartend in einer Bielefelder Kneipe saß, den Bielefelder Poetry Slam im Programm des Bunker Ulmenwall. Keine Ahnung habend, was so ein Poetry Slam genau ist, beschloss ich natürlich umgehend, mit meinen Texten daran teilzunehmen.
Am 19. Februar 2003 war es dann letztlich so weit: Zum allerersten Mal stellte ich mich und meine Texte dem Bielefelder Slam-Publikum vor. Es waren diese 
8 Minuten, die mich davon überzeugten: Das ist es! Diese Form der Literatur ist die, auf die ich gewartet hatte: So ganz ohne intellektuelle Warteschleifen, direkt am Publikum. Also blieb ich am Ball. Und seitdem trage ich meine braune Tasche auf jede Bühne, die sich bietet, und erzähle diesen wunderbaren Menschen im Publikum von toten Helden, heulenden Städten und der  lachenden Wiese.

Zu meinen regelmäßigen Auftritten gehören nicht nur Siege und zahlreiche Teilnahmen am Bielefelder Bunkerslam, Hannoveraner „MACHT WORTE!“-Slam oder an weiteren offenen Bühnen in ganz Deutschland. Seit dem Frühjahr 2005 moderiere ich zudem gemeinsam mit Mischaël-Sarim Vérollet die WORDCUP- Poetry Slams in Detmold und Paderborn. Zusätzlich bin ich Teil der Lesebühne Wortpalast und Gründungsmitglied von GRAND SLAM AUDIO, dem Bielefelder Forum für Live-Poetry. Bisherige Höhepunkte bleiben jedoch die Teilnahmen an den Einzelwettbewerben der  Nationals 2004 in Stuttgart, 2006 in München, sowie 2007 in Berlin, den Meisterschaften des Poetry Slam im deutschsprachigen Raum.

1971 in der Kleinstadt Rheda geboren, wuchs ich in der westfälischen Karnevalshochburg Rietberg auf und lebe seit Ende 2003 mit Kind und Kegel in Bielefeld. Mit dem Hörbuch STILL TRYING TO WRITE LOVE SONGS erschien 2006 meine erste Einzelveröffentlichung. Wenn ich nicht gerade hinter einem Mikrofon steht, verdiene ich mir als Web-Designer eine goldene Nase, höre mir alle Songs von Fish und Marillion in  einer Endlosschleife an oder steige auf Block 2 der Bielefelder Alm mit Arminia Bielefeld auf ... oder ab.

Auf die Liebe!


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