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Lausch
Alternative Rock, Indie RockMe, Myself and I
Wer kann heute noch von sich behaupten einen richtigen Captain zum Freund zu haben? Lausch scheinen zu jenen glücklichen Zeitgenossen zu gehören und widmen dieser erhabenen und geheimnisvollen Person ihr neues Album.
Mit „Nothing But Not“ zieht die Band Ende 2007 eine deutliche Spur quer durch die vereinheitlichte, retro-fixierte und über weite Strecken verödete Musiklandschaft der heimischen Gitarrenmusik-Szene. Zwei Jahre danach erscheint nun „Friend of the Captain“ und der Name ist auch diesmal wieder Programm, wenngleich des Pudels Kern naturgemäß nicht direkt an der Oberfläche zu entdecken ist. Aber wer suchet, der findet. Der postmoderne Hörer wetzt die Klinge im Bestreben die lauschigen Klänge zu dekonstruieren und gräbt nach Bauplänen, aber Lausch-Songs sind keine Konstrukte, sie sind vielmehr Gebilde, in gewissem Sinne natürlich gewachsene Erscheinungen, die ihre Struktur von selbst einfordern und ein wesentliches Kriterium von Organismen ihr eigen nennen: Sie atmen!
Entrückt, ja fast meditativ wirkt das, wenn die drei Herrn einen Song gnadenlos vor sich hertreiben, jeder neue Part hämmert intensiver als der vorhergehende, wunderschön löst sich so manches Gewitter in prächtige Akkorde auf, die vom epischem Gesang einer gut geölten Stimme begleitet, der Seele ganz neue Gefühlsregungen zu vermitteln vermögen. Abseits ausgetretener Pfade entfaltet dieses scheinbar dampfbetriebene Konglomerat aus stampfenden Grooves, räudigen Bässen und knusprigen Gitarren seine absolute einzigartige (Stamm-)Würze in Form rauer Schönheit.
Warum also nicht einmal ein kleines Abenteuer wagen und auf einem neuen Schiff anheuern? Die Segel sind gesetzt, man wartet auf ordentlichen Rückenwind. Es lohnt sich ein Freund des Captains zu sein!
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06/12/2008 21:00B72 - WIEN, Germany







